Versicherung
Hausrat für die Versicherung dokumentieren
Halte fest, was du besitzt, bevor du es beweisen musst. Eine Anleitung für Fotos, Seriennummern und Werte, die im Schadensfall zählen und dich vor Unterversicherung schützen.
Eine Inventarliste ist ein Verzeichnis deines Hausrats, detailliert genug, um ihn zu ersetzen. Du legst sie einmal an, hoffst, sie nie zu brauchen, und bist heilfroh darüber an dem Tag, an dem ein Rohr bricht oder bei dir eingebrochen wird.
Hier steht die praktische Version: was du dokumentierst, wie du es ohne verlorenes Wochenende schaffst und wie du die Liste so ablegst, dass sie den Schaden überlebt, den sie absichern soll. Die App ist ein Weg dahin, nicht der Zweck der Seite.
Warum es zählt
Was ohne Liste im Schadensfall passiert
Beim Abschluss fragt niemand nach einer Inventarliste. Gefragt wird beim Schaden. Nach Feuer, Einbruch oder Wasserschaden liegt die Last, nachzuweisen, was du hattest und was es wert war, bei dir, nicht beim Sachbearbeiter.
Die meisten versuchen, das aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, genau dann, wenn das Gedächtnis am schlechtesten ist: aufgewühlt, im leeren Raum, unter Zeitdruck. An den Fernseher erinnerst du dich. An die zwei Mäntel im Flurschrank, das Werkzeug in der Garage, die Kleingeräte, den Inhalt von drei Schubladen nicht. Jeder Gegenstand, den du nicht belegen kannst, ist einer, auf dessen Ersatzkosten du sitzen bleibst.
Ein dokumentiertes Inventar macht daraus statt einer Gedächtnisprüfung ein Nachschlagen. Du reichst eine Liste mit Fotos und Werten ein, die Regulierung geht schneller, und du wirst für das entschädigt, was du wirklich verloren hast.
Was dokumentieren
Geh Kategorie für Kategorie durch
Du musst nicht jeden Teelöffel erfassen. Konzentrier dich auf das, was teuer, schwer zu erinnern oder nach dem Verlust schwer zu bewerten ist. Arbeite diese Gruppen ab, und du hast das abgedeckt, worauf eine Regulierung im Kern beruht.
Elektronik
Fernseher, Laptops, Smartphones, Kameras, Konsolen, Monitore. Halte Marke, Modell und Seriennummer fest. Die Seriennummer steht meist auf einem Aufkleber an der Rück- oder Unterseite. Fotografiere sie, dann musst du sie nie wieder vom Gerät ablesen.
Schmuck und Uhren
Ringe, Uhren, Erbstücke, lose Steine. Dafür gilt in der Hausratversicherung oft eine Höchstentschädigung je Stück oder eine Wertsachen-Obergrenze, also genau die Dinge, die du gut dokumentieren solltest. Leg Gutachten oder Kaufbeleg dazu.
Möbel
Sofas, Betten, Tische, Schränke, Teppiche. Notiere Marke und ungefähr, was du bezahlt hast oder was Ersatz heute kostet. Ein Foto jedes Stücks im Raum reicht meist aus.
Haushaltsgeräte
Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Herd, Mikrowelle, Elektrowerkzeug. Modell- und Seriennummern zählen auch hier, für die Regulierung und für Garantie und Reparatur.
Kleidung und Schuhe
Du zählst nicht jede Socke. Erfasse nach Kategorie: wie viele Mäntel, Anzüge und Paar Schuhe, dazu einen fairen Wert je Stück. Auf dieser Schätzung beruht eine Erstattung für eine ganze Garderobe.
Werkzeug, Sport und Outdoor
Fahrräder, Elektrowerkzeug, Ski- und Campingausrüstung, Gartenmöbel, der Grill. Leicht vergessen, weil es in Garage oder Keller liegt, und teuer, wenn alles auf einmal ersetzt werden muss.
Wie vorgehen
Ein Abend pro Raum, ehrlich gerechnet
Das ganze Haus auf einmal: daran scheitern die meisten Inventare. Also lass es. Nimm einen Raum pro Abend. Heute die Küche, morgen das Schlafzimmer. Bei einer Stunde pro Raum hast du den wichtigsten Teil bald erledigt, und es fühlt sich nie wie ein Projekt an.
- 01
Fotografiere jeden Gegenstand und den Beleg, falls du ihn noch hast. Ein Foto belegt, dass es das Teil gab und in welchem Zustand. Für eine Schublade voll Kleinkram reicht eine Übersichtsaufnahme plus Anzahl.
- 02
Notiere die Seriennummer bei allem, was eine hat: Elektronik, Geräte, Elektrowerkzeug. Auf dieses Detail verlässt sich ein Sachbearbeiter am meisten, und es ist genau das, was du dir später nie merkst.
- 03
Halte einen Wert fest. Was du bezahlt hast oder was Ersatz heute kostet. Eine grobe Zahl schlägt ein leeres Feld. Über leere Felder wird im Schadensfall gestritten.
- 04
Sag, wo es liegt. Raum, Schrank, Behälter. Das macht die Liste durchsuchbar, und du bemerkst dabei die Dinge, an denen du sonst vorbeigehst.
- 05
Leg die Liste sicher ab. Nicht nur auf Papier in der Schublade und nicht nur auf dem Laptop im selben Haus. In der Cloud oder als Kopie bei jemandem, damit sie überlebt, was die Originale zerstört.
Wurde bei dir eingebrochen? Dann brauchst du zusätzlich eine Stehlgutliste für Polizei und Versicherung. Ein erfasstes Inventar liefert sie in Minuten.
Drei Wege
Zettel, Tabelle oder App
Jeder davon ist besser als nichts. Sie unterscheiden sich darin, wie gut sie Fotos halten, wie schnell du etwas findest und ob sie aktuell bleiben, ohne dass du dich selbst dazu antreibst.
Zettel
Stark. Kein Setup, nichts zu lernen. Für einen ersten groben Durchgang okay.
Schwach. Keine Fotos, keine Suche. Und die eine Kopie verbrennt im selben Feuer, das sie dokumentieren soll. Jede Änderung schreibst du von Hand neu.
Tabelle
Stark. Sortierbar, exportierbar, du kannst Werte pro Raum summieren.
Schwach. Fotos und Belege liegen in einem separaten Ordner, nicht neben der Zeile. Jede Zelle pflegst du selbst. Sie veraltet an dem Tag, an dem du aufhörst.
Eine App wie Itemlist
Stark. Jeder Gegenstand trägt sein eigenes Foto und seine Details, die Suche findet alles in Sekunden, und die Sicherung läuft automatisch. Export als CSV, wann immer deine Versicherung eine Datei will.
Schwach. Es ist eine App mehr auf dem Handy, und der erste Durchgang kostet trotzdem einen Abend. Durch die Räume laufen musst du selbst.
Itemlist ist die App-Version genau dieser Methode. Jeder Gegenstand trägt sein eigenes Foto, seine Details und seine Seriennummer, die Suche findet ihn in Sekunden, und der Export als CSV ist da, wenn deine Versicherung eine Datei will. Läuft auf iPhone und iPad, gratis zum Starten.
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Nächste Schritte
FAQ
Hausrat und Versicherung
Brauche ich für die Hausratversicherung eine Inventarliste?
Keine Versicherung verlangt sie beim Abschluss. Sie wird im Schadensfall wichtig: Bei Einbruch, Wasser- oder Brandschaden musst du nachweisen, was du besessen hast und was es wert war. Und diese Last liegt bei dir, nicht beim Sachbearbeiter. Die Liste ist für den Schaden da, nicht für den Antrag.
Was ist Unterversicherung und wie vermeide ich sie?
Unterversicherung heißt: Die Versicherungssumme ist niedriger als der tatsächliche Wert deines Hausrats. Dann kürzt der Versicherer im Schadensfall anteilig, auch bei kleinen Schäden. Wer sein Inventar erfasst, kennt den realen Wert und kann die Versicherungssumme passend wählen, statt zu raten.
Welche Nachweise akzeptiert die Versicherung?
Fotos und Videos der Gegenstände, Kaufbelege, Modell- und Seriennummern sowie Gutachten für Wertvolles. Du brauchst nicht für jedes Teil alles: Ein klares Foto plus grober Wert deckt die meisten Haushaltsgegenstände ab; Belege und Seriennummern lohnen sich bei Elektronik, Geräten und allem Wertvollen.
Wie dokumentiere ich einen Wasser- oder Brandschaden?
Melde den Schaden zügig und stell eine Liste der betroffenen Gegenstände zusammen: mit Zustand, Wert und, wenn vorhanden, Foto und Beleg. Ein vorher angelegtes Inventar macht das zur Fleißaufgabe von Minuten statt zu einer Gedächtnisübung im Ausnahmezustand.
Wo bewahre ich die Inventarliste auf?
Nicht nur in der Wohnung, die sie beschreibt. Ein Feuer oder ein Wasserschaden, der deinen Hausrat zerstört, zerstört auch den Zettel oder den Laptop daneben. Leg sie an einem Ort ab, der den Verlust überlebt: in der Cloud oder als Kopie bei jemandem außerhalb des Haushalts.
Gilt das auch für Österreich und die Schweiz?
Im Kern ja. In Österreich heißt die Versicherung meist Haushaltsversicherung, der Gedanke ist derselbe. In der Schweiz sind die Obergrenzen für Wertsachen häufig als feste CHF-Beträge geregelt statt als Prozentsatz der Versicherungssumme. Schau in deine Police, welcher Wert für Schmuck, Bargeld und Elektronik gilt. Die Inventarliste hilft überall gleich.
Leg das Inventar einmal an. Du wirst froh sein, dass du es hast.
Itemlist hält jeden Gegenstand, jedes Foto und jede Seriennummer an einem Ort und exportiert alles als CSV am Tag, an dem deine Versicherung fragt. Gratis auf iPhone und iPad.
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