Inventarliste erstellen: Vorlage und Anleitung für deinen Hausrat

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Eine Inventarliste erstellst du in einem Durchgang durch die Wohnung: eine Tabelle mit den richtigen Spalten, ein Foto pro Gegenstand und ein Wert, was Ersatz heute neu kosten würde. Die Vorlage dafür steht direkt auf dieser Seite, ohne PDF-Download und ohne E-Mail-Adresse. Was in welche Spalte gehört, in welcher Reihenfolge du durch die Räume gehst und ob Papier, Excel oder eine App das bessere Werkzeug ist, klären wir der Reihe nach.
Ein Hinweis vorab, damit du hier richtig bist: Wenn du eine Inventarliste für ein Unternehmen suchst, meinst du vermutlich das Inventar zur Inventur. Das ist eine gesetzliche Pflicht für Kaufleute aus § 240 HGB, mit eigenen Regeln für Bewertung und Stichtag, und ein anderes Thema als diese Anleitung. Hier geht es um den privaten Haushalt: um die Liste, mit der du weißt, was du besitzt, was es wert ist und wo es liegt.
Wofür du eine Inventarliste brauchst
Vier Situationen, in denen dieselbe Liste arbeitet:
- Überblick im Alltag. Du weißt, was du besitzt und wo es liegt. Doppelkäufe hören auf, und die Frage „Habe ich das schon?“ hat eine Antwort in der Hosentasche.
- Versicherung. Im Schadensfall musst du belegen, was betroffen war und was es wert ist. Wer eine gepflegte Liste hat, exportiert sie in Minuten; wer keine hat, rekonstruiert Schränke aus dem Gedächtnis. Was speziell für die Hausratversicherung zählt, steht ausführlich unter Hausrat für die Versicherung dokumentieren.
- Umzug. Beim Packen entsteht die Liste fast nebenbei, und nach dem Umzug weißt du, in welchem Karton was steckt. Mehr dazu unter Umzug-Inventarliste.
- Einbruch. Polizei und Versicherer verlangen dann eine Stehlgutliste, ein Verzeichnis der gestohlenen Sachen mit Marken, Seriennummern und Werten. Aus einer bestehenden Inventarliste ist sie schnell erstellt; ohne wird sie zur Gedächtnisübung. Eine kostenlose Stehlgutliste-Vorlage haben wir separat.
Welche Spalten in die Inventarliste gehören
Jede Spalte muss sich einen Platz verdienen, sonst füllst du sie nach 20 Einträgen nicht mehr aus. Diese acht haben einen Job:
| Spalte | Warum sie zählt |
|---|---|
| Gegenstand | Die Bezeichnung, nach der du später suchst: „Bohrmaschine“, nicht „Gerät blau“ |
| Marke und Modell | Macht aus „ein Fernseher“ eine belegbare Position |
| Seriennummer | Für Versicherung, Polizei und Garantie; steht meist auf einem Aufkleber an Rück- oder Unterseite |
| Raum oder Ort | Beantwortet „Wo ist es?“ und sortiert die Liste beim Durchgehen |
| Kaufdatum | Entscheidet mit über den Wert und hilft bei Garantiefragen |
| Kaufpreis | Was du bezahlt hast, idealerweise mit Beleg |
| Neupreis heute | Was gleichwertiger Ersatz heute neu kostet; genau diesen Wiederbeschaffungswert ersetzt die Hausratversicherung im Regelfall |
| Foto und Beleg vorhanden? | Ein kurzes Ja oder Nein; was du nicht belegen kannst, kannst du schwer ersetzt verlangen |
Nicht jeder Gegenstand braucht jede Spalte. Beim Sofa reichen Marke und ungefährer Preis, bei Kleidung zählst du nach Kategorie statt jede Socke einzeln. Vollständig ausfüllen lohnt sich dort, wo es teuer wird: Elektronik, Schmuck, Werkzeug, Fahrräder, Geräte.
Die Vorlage
Kopiere diese Tabelle in Excel, Numbers oder Google Tabellen und leg los. Drei Beispielzeilen zeigen, wie konkret die Einträge sein sollten:
| Gegenstand | Marke und Modell | Seriennummer | Raum | Kaufdatum | Kaufpreis | Neupreis heute | Foto/Beleg |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fernseher 55 Zoll | LG OLED55C4 | 408MAAB1C234 | Wohnzimmer | 03/2024 | 1.099 € | 1.199 € | ja / ja |
| Bohrmaschine | Bosch GSB 18V-55 | 3601JH5302-1024 | Keller | 06/2022 | 149 € | 165 € | ja / nein |
| Rennrad | Cube Attain SLX | WOW123456 | Kellerabteil | 04/2023 | 1.499 € | 1.599 € | ja / ja |
Die Beispiele sind erfunden, die Struktur ist das, was zählt: Pro Zeile ein Gegenstand, pro Gegenstand ein Foto, und bei allem mit Stecker oder Rahmennummer auch das Typenschild fotografiert. Ein Sachbearbeiter, dem du „Fernseher, LG OLED55C4, Kaufbeleg vorhanden“ vorlegst, hat keine Rückfragen. Bei „irgendein Fernseher, ich glaube von 2021“ beginnt die Verhandlung.
Wenn du die Tabelle lieber nicht abtippst: Die Inventarliste-Vorlage gibt es bei uns als fertige Datei, als Excel mit Summenformeln, als PDF zum Ausdrucken und als Word-Dokument zum Bearbeiten. Ebenfalls ohne E-Mail und ohne Anmeldung.
Anleitung: Raum für Raum in einem Durchgang
1. Fang bei den teuren Sachen an, nicht an der Wohnungstür. Elektronik, Schmuck, Werkzeug, Fahrräder und Geräte machen den größten Teil des Werts aus und sind schnell erfasst. Dieser erste Teil kostet einen Abend und deckt das ab, worüber du mit einer Versicherung je verhandeln würdest.
2. Dann Raum für Raum, jeweils komplett. Nimm dir pro Sitzung einen Raum vor und schließ ihn ab, bevor du weiterziehst. Halbe Räume sind der Grund, warum die meisten Listen unvollständig bleiben. Öffne auch Schränke, Schubladen und Kisten; das meiste Vergessene liegt nicht sichtbar herum, sondern im Keller und in der Abstellkammer.
3. Foto zuerst, Details danach. Ein Übersichtsfoto pro Raum, dann ein Foto pro Gegenstand, bei Geräten zusätzlich das Typenschild mit der Seriennummer. Werte und Kaufdaten kannst du später in Ruhe nachtragen; ohne Foto trägst du gar nichts nach, weil du den Gegenstand nicht mehr vor dir hast.
4. Belege dazulegen. Kaufbelege teurer Gegenstände gehören zur Liste, als Scan oder Foto direkt beim Eintrag. Die Verbraucherzentrale empfiehlt genau das: Quittungen von Neuanschaffungen aufbewahren und den Haushalt in regelmäßigen Abständen per Foto oder Video dokumentieren, weil das im Versicherungsfall den Schadensnachweis erleichtert.
5. Ausmisten und Erfassen zusammenlegen. Wenn du ohnehin jeden Gegenstand einmal in die Hand nimmst, entscheide gleich, ob er bleibt. Was geht, muss nie auf die Liste; was bleibt, wird im selben Griff erfasst. Eine komplette Checkliste zum Ausmisten haben wir Raum für Raum aufgeschrieben.
Was deine Liste mit der Versicherungssumme zu tun hat
Beim Abschluss einer Hausratversicherung legst du eine Versicherungssumme fest. Die Faustregel der Versicherer dafür ist eine Pauschale pro Quadratmeter: Der Branchenverband GDV nennt auf seinem Verbraucherportal 650 bis 750 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, bei Stiftung Warentest heißt es, die Pauschale betrage oft 650 Euro pro Quadratmeter. Mit dieser Pauschale vereinbaren viele Tarife einen Unterversicherungsverzicht: Der Versicherer prüft im Schadensfall nicht, ob dein Hausrat mehr wert war.
Ohne diesen Verzicht wird eine zu niedrige Summe teuer. Das Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale: Hausrat im Wert von 100.000 Euro, versichert mit 50.000 Euro, Schaden 10.000 Euro. Die Versicherung zahlt 5.000 Euro, weil du zur Hälfte unterversichert warst. Eine Inventarliste mit der Spalte „Neupreis heute“ beantwortet die Frage, ob deine Summe reicht, mit einer Zahl statt mit einem Gefühl; besonders wenn deine Ausstattung wertvoller ist, als die Quadratmeter-Pauschale annimmt. Die Details dazu stehen im Beitrag Hausrat für die Versicherung dokumentieren.
Papier, Excel oder App?
Papier kostet nichts und braucht kein Setup. Dafür gibt es keine Fotos, keine Suche und genau eine Kopie, und die liegt im selben Zuhause, dessen Verlust sie absichern soll.
Eine Excel-Tabelle ist sortierbar und exportierbar, und die Vorlage oben bringt dich sofort ins Tun. Die Schwäche zeigt sich im Betrieb: Fotos und Belege liegen in einem separaten Ordner statt neben der Zeile, jede Zelle pflegst du von Hand, und die Liste veraltet an dem Tag, an dem du damit aufhörst.
Eine App hängt Fotos, Belege und Seriennummern direkt an den Eintrag und macht alles durchsuchbar. Genau dafür habe ich Itemlist gebaut. Die Inventar-App ist aufgebaut wie deine Wohnung: Orte, Räume und Behälter, ineinander verschachtelt, sodass „die graue Kiste im Keller“ eine gespeicherte Adresse ist und kein Ratespiel. Jeder Gegenstand hat Felder für Marke, Modell und Seriennummer, die der Barcode-Scanner ausfüllen kann, dazu Fotos, Kaufdatum und Wert. Der kostenlose CSV-Export enthält Werte und Seriennummern, also genau die Spalten der Vorlage oben, und die App funktioniert auch offline im Keller ohne Empfang.
Ehrlich ist auch: Der erste Durchgang durch die Wohnung kostet mit jeder Methode Zeit. Der Unterschied entsteht danach, wenn die Liste gepflegt werden will.
So bleibt die Liste aktuell
Eine Inventarliste ist kein Projekt, das endet, sondern eine Gewohnheit mit niedrigem Aufwand: Neuanschaffung eintragen, sobald sie ins Haus kommt, am besten mit Beleg im selben Schritt. Aussortiertes streichen. Und einmal im Jahr, etwa beim Ausmisten, einen kurzen Abgleich machen, ob Liste und Wirklichkeit noch zusammenpassen. Steigt der Wert deines Hausrats spürbar, weil Möbel, Geräte oder das erste teure Fahrrad dazukommen, gehört auch die Versicherungssumme auf den Prüfstand.
Häufige Fragen zur Inventarliste
Was gehört alles in eine Inventarliste?
Pro Gegenstand: Bezeichnung, Marke und Modell, Seriennummer, Raum oder Ort, Kaufdatum, Kaufpreis, der heutige Neupreis und der Hinweis, ob Foto und Beleg vorliegen. Vollständig lohnt sich das bei allem Teuren; Kleidung und Kleinkram erfasst du nach Kategorie statt einzeln.
Ist eine Inventarliste Pflicht?
Für Privathaushalte nein. Kaufleute müssen nach § 240 HGB zu Geschäftsbeginn und zum Ende jedes Geschäftsjahrs ein Inventar aufstellen; das ist die Inventur und ein eigenes Thema. Privat gilt nur: Im Schadensfall musst du belegen, was du besessen hast. Eine Pflicht zur Liste gibt es nicht, die Nachweislast liegt trotzdem bei dir.
Welche Angaben will die Versicherung sehen?
Was betroffen ist und was gleichwertiger Ersatz heute kostet, denn die Hausratversicherung ersetzt im Regelfall den Wiederbeschaffungswert. Marke, Modell, Seriennummer, Kaufdatum und Belege machen aus einer Behauptung eine Position. Wie du speziell für die Versicherung dokumentierst, steht hier im Detail.
Wie ermittle ich den Wert meiner Sachen?
Trag pro Gegenstand ein, was Ersatz heute neu kostet; bei Elektronik reicht ein Blick auf den aktuellen Preis eines vergleichbaren Geräts. Für die Versicherungssumme insgesamt rechnen Versicherer alternativ mit einer Pauschale von 650 bis 750 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die eigene Liste schlägt die Pauschale immer dann, wenn deine Ausstattung davon abweicht, nach oben wie nach unten.
Excel-Vorlage oder App: was ist besser?
Für einen einmaligen Durchgang tut es die Tabelle oben, oder die Vorlage als Excel-, PDF- und Word-Datei. Sobald Fotos, Belege und Seriennummern dazukommen und die Liste über Jahre aktuell bleiben soll, ist eine App das passendere Werkzeug, weil alles an einem Eintrag hängt und durchsuchbar ist. Der Export in eine Tabelle bleibt dir dabei erhalten; bei Itemlist ist er kostenlos.
Wie lange dauert es, eine Inventarliste zu erstellen?
Die teuren Sachen eines Haushalts sind an einem Abend erfasst. Eine komplette Wohnung inklusive Schränken, Keller und Abstellraum ist eher ein Projekt über mehrere Wochenenden; deshalb lohnt die Reihenfolge nach Wert, damit das Wichtigste zuerst steht, falls du nie ganz fertig wirst.
Wie oft sollte ich die Liste aktualisieren?
Laufend bei Neuanschaffungen, das kostet pro Kauf eine Minute. Dazu ein kurzer Abgleich einmal im Jahr. Wichtig ist der Anlassbezug: Nach größeren Anschaffungen gehört neben der Liste auch die Versicherungssumme geprüft, damit aus dem neuen Sofa keine Unterversicherung wird.
Fang mit einem Raum an
Die Vorlage hast du, die Reihenfolge auch: erst die teuren Sachen, dann Raum für Raum, Foto zuerst, Details danach. Such dir den Raum mit den wertvollsten Dingen aus und blockiere dir einen Abend. Und wenn du die Liste gleich so anlegst, dass sie Fotos, Belege und Suche mitbringt: Lade Itemlist im App Store, gratis zum Starten.



